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LOGBUCH

Freitag 21. Januar 2011

Unser Standort: Vor Anker beim Motu Enejelar, Ailuk Atoll, Marshall Inseln

 

Langsam kommen wir in Zeitdruck. Das Schiff muss wieder zum Segelschiff werden, Eren möchte eine zweite DVD gebrannt haben, Linne hätte gerne ein Foto von ihrer Enkeltochter und Darline benötigt noch ein Familienfoto, das sie nach Kalifornien zu Rino's Schwester schicken kann. Eigentlich müssten wir noch Volker's Lampe auf dem Aussenriff suchen, das er bei der Lobsterjagd verloren hat und eigentlich wollen wir ein letztes Mal schnorcheln gehen, und und und. Wie immer, wenn die Abfahrt naht, gibt es eigentlich noch so viel zu tun, dass man eigentlich gar nicht abfahren kann.

 

Die DVD und die Fotos werden auf heute abend verschoben, das Schnorcheln auf morgen und die Suche nach der Lampe streichen wir einfach. Ist wahrscheinlich sowieso umsonst, denn entweder hat jemand die Lampe mitgehen lassen, während Volker auf dem Aussenriff war oder es waren die Schweine, die sie bei ihrer Suche nach Krabben irgendwo im Sand verbuddelt haben. Dafür gab es 5 große Lobster und Volker hatte seinen Weg zurück auch ohne Licht gefunden. Vielleicht findet ja Volker am Aussenriff mal wieder eine solche Lampe.

 

Michaela packt die Abschiedsgeschenke für die drei Familien: Zahnpasta, Seifen, Zahnbürsten, Zucker, Tee, Kaffee, chin. Nudeln, Dosenbutter usw., ein Crewshirt zur Erinnerung, Baseballkappen und Stofftiere für die Kinder (Nochmals Danke an Ana & Joan). Ein Spiel haben wir für Darline's kleinen Kuskus, von dem wir glaubten, dass es die großen Jungs nicht mehr interessiert. Aber weit gefehlt. Kuskus ist für dieses Spiel noch viel zu klein und selbst der achtjährige Bri hat Schwierigkeiten damit. Es ist wie eine russische Puppe, aber mit Tieren, die jedesmal anders aufgehen. Bri schafft es kaum, die Tiere zusammen zu setzen und selbst seine 29-jährige Mutter (die studiert hat) schafft es kaum. Uns wird zum ersten Mal richtig bewusst, wie sehr wir in der westlichen Welt Kinder schon von Klein an trainieren, wogegen sie hier ohne alles groß werden. Man muss sich also nicht wundern, dass die Jungs mit einem Kinderspielzeug für Kleinkinder Schwierigkeiten haben, denn sie haben soetwas noch nie in ihrem Leben gesehen oder gar damit gespielt. Sie kennen es nicht und müssen erst lernen, wie es geht. Wie die 6-jährige, die ein Kinderpuzzle (mit großen Teilen) zum ersten Mal sieht und die Form des Pferdes nicht sofort zuordnen kann. Aber Ninja-Turtles, die kennt Bri aus dem FF, da weiss er genau, was zu tun ist ;-)

 

Jetzt sind unsere Vorräte an Kaffe, Tee, Zucker, Mehl, Reis usw. endgültig aufgebraucht und wir können nichts mehr abgeben. Es wird Zeit, dass wir nach Majuro kommen, auch wenn der Wetterbericht für die nächste Woche alles andere als ideal ist. Uns steht wieder eine ruppige Reise mit viel Wind und hohen Wellen bevor. Michaela wird schon bei der Vorstellung schlecht.

 

Bild des Tages:

 

Ein Kinderpuzzle, das Töne von sich gibt, ist der Hit bei den Kindern hier in Enejelar. Da begeistert sich selbst eine 11-jährige noch dafür. Wir dachten, sie könnten es im Kindergarten einsetzen, aber wir hatten uns verrechnet. Keines der Kinder hat so etwas schon einmal gesehen und alle wollten damit spielen!