Hier berichten wir Euch täglich von unserer Weltumseglung!
- Unsere aktuelle Position über Winlink (Satellitenfoto)
- Unsere aktuelle Position und bisherige Route über YOTREPS
- Unsere aktuelle Position und bisherige Route über Shiptrak
Sonntag 23. Januar 2011
Unser Standort: Vor Anker beim Motu Enejelar, Ailuk Atoll, Marshall Inseln
Statt uns auf den Weg nach Majuro zu machen, ging es heute am späten Vormittag noch einmal aufs Aussenriff. Wir wollen die extremen Gezeiten ausnutzen, die das Riff derzeit fast völlig trocken legen. Volker möchte an der Riffkante angeln und Michaela, na was wohl, Muscheln sammeln. Dass die Gezeiten bei Voll- und Neumond immer extremer sind, ist ja nichts Neues. Hier in Ailuk ist dann der Tidenhub um die 2 Meter und damit mindestens 50cm höher als üblich. Doch derzeit ist der Tidenhub besonders heftig. Grund hierfür sind die berühmten "Kingtides", die hier im Januar auftreten. Linne erklärte uns, dass sie im November und Januar immer besonders hohe Gezeiten haben und bei Hochwasser die Wellen bis weit ins Land laufen.
Die berühmten Kingtides, für die schon viele Filmteams nach Tuvalu gereist sind, um den Untergang der Inseln zu filmen, nutzen wir heute aus, um soweit raus wie möglich aufs Riff zu kommen. Und obwohl Sonntag ist, treffen wir am Riff auf Linne und später auf ihren Mann Bisen mit Enkelsohn Bili, die den "Riff-Shop" nach Brauchbarem absuchen. Eigentlich dürften sie das heute nicht, denn es der Tag des Herrn an dem nicht gearbeitet wird. Sieht ja niemand, meint Eren später zu uns. Na wunderbar, dann hat ja auch niemand gesehen, dass wir zwar keinen Fisch gefangen haben, aber dafür eine Menge Kauri-Muscheln gefunden haben, die wir Linne schenken. Die Money-Kauris sind auch in den Marshalls wichtiger Bestandteil des Handicrafts und müssen teilweise sogar in Majuro eingekauft werden, da es hier nicht genügend gibt. Linne ist erstaunt, dass wir ihr auch die größeren braunen Kauris bringen, die sie hier noch nie gefunden hat. Sie will genau wissen, wie und wo wir die Muscheln gefunden haben und wird sicher bei der nächsten Springzeit draußen das Aussenriff danach absuchen.
Den besonders niedrigen Wasserstand bei Niedrigwasser nutzen die Menschen hier, um Essen zu besorgen, das sie sonst nicht so leicht bekommen können. Ganz Enejelar war auf dem Riff zum Fische speeren, Muscheln sammeln, Mördermuscheln hochtauchen usw. sowie andere, die zwischen den Inseln mit dem Netz am Fischen waren. Kaum hatten wir gestern Ebbe, schien die ganze Insel ziemlich "busy" zu sein. Alle waren selbst bei der glühenden Mittagshitze unterwegs. Die Kingtides sind auch hier etwas Besonderes.
Wir fahren am Nachmittag rüber nach Kapen und wollen uns von Eren & Familie verabschieden. Sollten wir am Dienstag los können, dann wollen wir morgen nicht noch einmal hier raus. Eren hatte schon auf uns gewartet und wie angekündigt, Trinknüsse für uns vorbereitet und seine Frau hat Brot gebacken. Und natürlich kommen wir hier nicht weg, ohne davon zu essen und ein großes Stück mitzunehmen. Doch vorher muss Volker noch das CB-Funkgerät unter die Lupe nehmen, das nicht mehr funktioniert. Trotz Sonntag! Sieht ja niemand.
Bild des Tages:
20 Knoten Wind peitschen hohe Wellen aufs Aussenriff. Beeindruckend, wie die Wellen sich hier an der Riffkante über das Riff brechen. Ein Schauspiel, das man sonst nur von Weitem anschauen kann. Das Riff war fast bis zur Riffkante trocken gefallen und ermöglichte uns den Ausflug hier her, wo sich nachts die Langusten tummeln.
